Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie IG Metall unterbreitet tariflichen Lösungsvorschlag – Arbeitgeber reagieren verhalten

Die IG Metall Mitte hat in der dritten Tarifverhandlung den Arbeitgebern der Mittelgruppe einen weitergehenden Vorschlag zur Lösung des Tarifkonflikts unterbreitet.

Warnstreik bei Aumovio

6. November 2026 6. November 2026


Das Konzept sieht verbindliche Investitionszusagen für Standorte und Produkte zur Absicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in der Metall- und Elektroindustrie vor. Es geht der IG Metall darum, einen weitergehenden Beschäftigungsabbau und Verlagerungen zu stoppen. Die IG Metall Mitte tritt sowohl für ein faires Entgelt wie für eine sichere Zukunft der Beschäftigten ein.

Dafür ist die IG Metall Mitte bereit, befristete tarifliche Regelungen für klar definierte Betriebe zu entwickeln, wenn überprüfbare Zusagen für Standort und Beschäftigung gemacht und eingehalten werden. Über eventuelle Abweichungen vom Tarifvertrag sprechen die Tarifvertragsparteien, eine Verlagerung auf die Betriebsebene steht nicht zur Debatte.

Die Arbeitgeber hätten jetzt bis Montag Zeit auf das Angebot konstruktiv zu reagieren, sagte Jörg Köhlinger, Bezirksleiter und IG Metall-Verhandlungsführer in Mitte. „Wenn dies nicht erfolgen sollte, werden die Warnstreiks ausgeweitet. Reallohnverluste ohne Perspektiven werden von den Beschäftigten nicht hingenommen. Die massiven Warnstreiks in Mitte sind dafür ein deutliches Zeichen. Ich kann den Arbeitgebern nur raten es ernst zu nehmen.“

Eindrucksvolle Warnstreiks sollten Arbeitgeber zum Umdenken bewegen

In der ersten Warnstreikwoche haben sich in Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Thüringen rund 63.850 Beschäftigte an Warnstreiks beteiligt. Insgesamt gab es seit Ende der Friedenspflicht in Mitte 354 betriebliche Aktionen von denen 446 Betriebe in Mitte betroffen waren.

In Hessen folgten seit Ende der Friedenspflicht am 1. November 2026 rund 14.965 Beschäftigte den Warnstreikaufrufen der IG Metall Mitte, es fanden 137 betriebliche Aktionen statt. In Thüringen legten seit Ende der Friedenspflicht rund 4.000 Beschäftigte in 26 Betrieben zeitweise die Arbeit nieder.

In Rheinland-Pfalz nahmen 22.366 Beschäftigte an Warnstreiks teil, es gab insgesamt 103 betriebliche Aktionen. Im Saarland legten rund 13.920 Beschäftigte die Arbeit zeitweise nieder, es fanden im Zeitraum seit 1. November 40 betriebliche Aktionen statt.