IG Metall startet Warnstreiks gegen Minus-Angebot der Arbeitgeber Start der Warnstreiks in Ludwigshafen-Frankenthal

1.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in der Geschäftsstelle Vorderpfalz protestieren. Gewerkschaft kämpft für Tarifpaket: 5 Prozent mehr Geld, Gewinnbeteiligung und Beschäftigungssicherung. Birgit Mohme: „Arbeitgeber bekommen jetzt Unverständnis und Wut der Beschäftigten zu spüren!“

Tarifbewegung MuE Industrie 2026

2. November 2026 2. November 2026


Als Reaktion auf den von den Arbeitgebern geforderten Reallohnverzicht für die 3,7 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie ruft die IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal zu Warnstreiks auf.

Die erste Warnstreikaktion der Beschäftigten von der Mann + Hummel GmbH begann um 10 Uhr in der Stadthalle in Speyer. Erwartet werden rund 500 Beschäftigte aus allen Schichten. 

Ebenfalls sind 500 Beschäftigte aus allen Schichten von der DIHAG Gienanth GmbH aufgerufen. Dort sind mehrere beteiligungsorienteierte Aktionen mit dem Druck der roten Hand auf einen Banner samt Spruch: "Wir sind kein Spielball eurer GIER - 5 % gehören mir!" oder der Positionierung im richtigem Team und dem Hochalten der Forderung in Form eines Pezziballs mit Aufdruck von 5 % .

Wladislaw Wolter, politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal: „Die Beschäftigten sorgen jeden Tag mit ihrer Arbeit für den Erfolg ihrer Unternehmen. Statt einer Anerkennung sollen alle nun Reallohnverluste hinnehmen. Das ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll. Mit unserem Warnstreik machen wir deutlich: Die Menschen erwarten ein faires Angebot, das ihre Leistung anerkennt, sowie Kaufkraft und Zukunft sichert.“

Die IG Metall hat den Arbeitgebern ein Tarifpaket unterbreitet, das die unterschiedlichen wirtschaftlichen Lagen berücksichtigt: 5 Prozent höhere Entgelte, die tarifliche Sicherung von Arbeitsplätzen und eine tarifliche Gewinnbeteiligung für Boom-Unternehmen. 

Die Arbeitgeberverbände boten dagegen vergangene Woche: 

  • eine streichbare Einmalzahlung im Juli 2027 und 
  • 1,3 Prozent höhere Entgelte ab Juli 2028 an. 

Die bisherige Offerte der Arbeitgeber würde auf deutliche Kaufkraftverluste hinauslaufen.

Birgit Mohme sagte: „Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten braucht es Lösungen, die Beschäftigung sichern und den Menschen Perspektiven geben. Wer den Beschäftigten Geld entzieht, schwächt auch die Nachfrage und damit die wirtschaftliche Entwicklung. Wir brauchen tarifliche Lösungen für alle Betriebe, egal ob sie aktuell vor Herausforderungen stehen oder gute Geschäfte machen.“

Die Beschäftigten der DIHAG Gienanth GmbH schließen sich damit den bundesweiten Warnstreikaktionen der IG Metall an. Die Gewerkschaft rechnet mit einer hohen Beteiligung. 

Daniel Di Naro (Vertrauenskörperleiter und Mitglied des Betriebsrates): „Die Stimmung in den Betrieben ist eindeutig. Viele Kolleginnen und Kollegen haben kein Verständnis dafür, dass die Arbeitgeber die wirtschaftliche Belastung einseitig auf die Beschäftigten abwälzen wollen. Mit dem Warnstreik setzen wir ein klares Signal: Wir erwarten schleunigst Bewegung von den Arbeitgebern am Verhandlungstisch.“