Keine Perspektive Geplante KBA-Betriebsschließung in Frankenthal

Die Ankündigung des KBA-Konzerns, den traditionsreichen Standort Albert Frankenthal zum 31. Mai 2026 zu schließen, hat bei der IG Metall Geschäftsstelle Ludwigshafen-Frankenthal und der Belegschaft für große Empörung gesorgt.

Wehende IG Metall-Fahnen.

29. Januar 2026 29. Januar 2026


Rund 75 Beschäftigte sollen ihren Arbeitsplatz verlieren – trotz jahrzehntelanger Erfahrung, hoher Qualifikation und nachweislicher Leistungsbereitschaft.  

Der Konzern begründet die geplante Schließung mit einer strategischen Neuausrichtung, dem Abbau von Strukturkosten sowie einem angeblich nicht mehr wettbewerbsfähigen Maschinenpark. Teile der Produktion sollen nach Würzburg verlagert, andere Leistungen künftig extern vergeben werden.  

Für uns als IG Metall ist diese Argumentation ein bekanntes Muster: Unter dem Schlagwort der „Fokussierung“ werden Standorte geschlossen, obwohl Know-how, Fachkräfte und industrielle Substanz vorhanden sind. Dass wirtschaftliche Entscheidungen immer wieder zulasten einzelner Belegschaften und ganzer Regionen getroffen werden, ist für uns nicht einfach hinnehmbar.


KBA Lauf

Frankenthal ist kein Auslaufmodell

Der Standort Frankenthal steht für industrielle Kompetenz und jahrzehntelange Innovationsarbeit im KBA-Konzern. Die hier gefertigten Komponenten haben wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beigetragen.  

Dass man jetzt sagt, der Standort sei nicht mehr tragbar, ist vor allem ein Ergebnis unterlassener Investitionen und fehlender Zukunftskonzepte. Wer jahrelang spart, darf sich nicht wundern, wenn Standorte künstlich schlechtgerechnet werden.

Soziale Verantwortung darf kein Lippenbekenntnis bleiben

Zwar hat KBA angekündigt, mit Betriebsrat und IG Metall über einen Interessenausgleich und Sozialplan zu verhandeln und Unterstützung bei der beruflichen Neuorientierung zu leisten. Für die IG Metall ist jedoch klar: Ein Sozialplan kann eine Standortschließung nicht rechtfertigen – er kann ihre Folgen nur abmildern.  

Die geplante Schließung betrifft nicht nur 75 Beschäftigte und ihre Familien. Sie sendet ein fatales Signal an die gesamte Belegschaft im Konzern und an die Region: Standorte sind offenbar jederzeit austauschbar. Gerade in Zeiten industriellen Wandels braucht es jedoch Sicherheit, Perspektiven und Vertrauen – nicht neue Ängste.

Die IG Metall warnt davor, dass kurzfristige Renditeüberlegungen langfristig die industrielle Basis schwächen. Wer erfahrene Fachkräfte verliert, verliert auch Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsstärke.

Die IG Metall wird die Kolleginnen und Kollegen in Frankenthal nicht allein lassen.

Frankenthal ist mehr als eine Kostenstelle. Es ist ein Standort mit Geschichte, Kompetenz und Zukunft – wenn man ihn lässt.