Bereits im Vorfeld hatte die Ankündigung der vollständigen Schließung des Standorts bis Ende 2028 für massive Verunsicherung und Empörung gesorgt. Bei der Betriebsversammlung am 21. April 2026 wurde der Unmut der Belegschaft deutlich hörbar. Rund 450 Beschäftigte nahmen teil und machten in der Fragerunde mit der Geschäftsführung klar, dass sie diese Entscheidung nicht hinnehmen werden.
„Der Protest am 1. Mai hat unmissverständlich gezeigt: Die Beschäftigten akzeptieren die geplante Standortschließung nicht. Wer 81 Jahre Standortgeschichte einfach beenden will, ohne Alternativen ernsthaft zu prüfen, handelt verantwortungslos. Wir fordern eine verbindliche Zukunftsvereinbarung für Speyer, die Arbeitsplätze sichert und dem Standort eine Perspektive gibt. Alles andere ist nicht hinnehmbar“, erklärte Wladislaw Wolter, politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen‑Frankenthal, am Rande der Kundgebung.
Betriebsrat und IG Metall kritisieren insbesondere, dass die Entscheidung zur Schließung ohne vorherige Einbindung der Interessenvertretung oder der Gewerkschaft getroffen wurde. Weder mildere Mittel noch Alternativkonzepte oder strategische Weiterentwicklungen für den Standort wurden ernsthaft geprüft.
Dabei ist klar: Die geplante Stilllegung ist keine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eine strategische Entscheidung zulasten der Beschäftigten. Selbst die Geschäftsführung räumt ein, dass die Leistung, Qualifikation und Einsatzbereitschaft der Belegschaft nicht der Grund für die Schließung sind.
Betriebsrat und IG Metall stehen weiterhin in engem Austausch und arbeiten konsequent an Zukunftsperspektiven für den Standort Speyer. Ziel bleibt eine verbindliche Zukunftsvereinbarung, die Beschäftigung sichert und dem Werk eine industrielle Perspektive eröffnet. Das gemeinsame Motto lautet weiterhin: „Zukunft durch Widerstand!“
„Der 1. Mai war ein starkes und öffentliches Signal an das Unternehmen: Erst unsere Jobs, dann eure Profite. Die Beschäftigten erwarten keine leeren Ankündigungen, sondern verbindliche Zusagen für den Erhalt des Standorts. Dafür gibt es breite Solidarität aus der Region – und die IG Metall wird diesen Prozess entschlossen begleiten“, betonte Birgit Mohme, 1. Bevollmächtigte der IG Metall Ludwigshafen‑Frankenthal.
Die IG Metall stellt abschließend klar:
Die Belegschaft hat am 1. Mai ein kraftvolles Zeichen gesetzt. Die Standortschließung wird nicht akzeptiert. Gefordert wird eine Zukunftsvereinbarung für Speyer. Bislang gibt es dazu keine Reaktion der Geschäftsführung.
Unser Appell ist eindeutig:
Nur organisierte Beschäftigte, die geschlossen auftreten und gemeinsam mit ihrer Gewerkschaft handeln, können in solchen Auseinandersetzungen das maximal Mögliche erkämpfen. Zusammenhalt, Solidarität und Entschlossenheit sind der Schlüssel, um Arbeitsplätze, Perspektiven und industrielle Zukunft zu sichern.
Öffentliche Förderung darf es nach Überzeugung der IG Metall nur gegen klare Bedingungen geben: Investitionen, Arbeitsplatzsicherung und Standorttreue. „Erst Zukunftsinvestitionen für unsere Arbeitsplätze, dann eure Profite.“