Die Mitgliederversammlung findet zu einem entscheidenden Zeitpunkt statt. Nach den Ankündigungen des Unternehmens und den daraus resultierenden Unsicherheiten für die Beschäftigten haben Betriebsrat und IG Metall in den vergangenen Monaten intensiv an Alternativen gearbeitet, um tragfähige Zukunftsperspektiven für den Standort Speyer zu entwickeln. Ziel ist es, industrielle Arbeitsplätze zu erhalten, Wertschöpfung in der Region zu sichern und den Beschäftigten eine langfristige Perspektive zu geben.
Alternativkonzept gemeinsam mit den Beschäftigten entwickelt
Am 21. August 2026 haben der Betriebsrat von MANN+HUMMEL Speyer und die IG Metall der Unternehmensleitung ein umfassendes Alternativkonzept vorgelegt, das nach Auffassung der Arbeitnehmervertretungen realistische und nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort eröffnet.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Art und Weise, wie dieses Konzept entstanden ist. Die Grundlage bildete ein breiter beteiligungsorientierter Prozess, bei dem die Beschäftigten selbst aktiv in die Entwicklung von Zukunftsideen eingebunden wurden. Im Rahmen einer beteiligungsorientierten Betriebsversammlung brachten Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen ihre Erfahrungen, ihr Fachwissen und ihre konkreten Vorschläge ein. Die Beschäftigten kennen die Produktionsabläufe, Produkte und Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts wie kaum ein anderer und haben deshalb einen wesentlichen Beitrag zur Erarbeitung der Zukunftsperspektive geleistet.
Fachlich begleitet und unterstützt wurde dieser Prozess durch die TBS Rheinland-Pfalz (Technologieberatungsstelle Rheinland-Pfalz). Gemeinsam mit Betriebsrat, Beschäftigten und IG Metall wurden die eingebrachten Ideen analysiert, bewertet und zu einem tragfähigen Zukunftskonzept weiterentwickelt. Das vorgelegte Konzept zeigt nach Überzeugung der Arbeitnehmerseite auf, dass es Alternativen zu Arbeitsplatzabbau und Standortschließungen gibt und dass die Zukunft des Standorts auf einer wirtschaftlich tragfähigen Grundlage gesichert werden kann.
Nun erwarten Betriebsrat und IG Metall, dass die Unternehmensleitung die vorgelegten Vorschläge ernsthaft prüft, bewertet und in die weiteren Beratungen einbezieht.
Breite Unterstützung für den Erhalt des Standorts
Der Aktionstag der Beschäftigten am 29. August 2026 hat deutlich gemacht, dass der Einsatz für die Zukunft der Industriearbeitsplätze in Speyer auf breite Unterstützung in der Region trifft.
Tausende Menschen beteiligten sich an Demonstration und Kundgebung und setzten gemeinsam mit den Beschäftigten von MANN+HUMMEL und TE Connectivity ein sichtbares Zeichen für den Erhalt industrieller Arbeitsplätze und eine Zukunftsperspektive für den Standort Speyer.
Die große Beteiligung von Beschäftigten, Familienangehörigen, Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, politischen Vertreterinnen und Vertretern sowie Bürgerinnen und Bürgern aus der Region hat gezeigt, dass die Zukunft der betroffenen Standorte weit über die Werkstore hinaus von Bedeutung ist. Der drohende Verlust von Industriearbeitsplätzen wird als Herausforderung für die gesamte Region verstanden.
Für Betriebsrat und IG Metall ist die hohe Beteiligung auch ein deutliches Signal an die Unternehmensleitung. Die Beschäftigten haben gemeinsam mit der Öffentlichkeit klar gemacht, dass sie sich für ihre Arbeitsplätze, ihre Familien und die Zukunft des Standorts einsetzen werden. Die Botschaft des Aktionstags gilt unverändert: Der Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze und eine nachhaltige Zukunftsperspektive für den Standort Speyer geht weiter.
Demokratie und Beteiligung als Grundlage weiterer Entscheidungen
Da die weitere Entwicklung maßgeblich von der Reaktion des Unternehmens auf das vorgelegte Zukunftskonzept abhängt, wollen Betriebsrat und IG Metall die Beschäftigten unmittelbar an allen wesentlichen Entscheidungen beteiligen.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung werden die Kolleginnen und Kollegen umfassend über den aktuellen Stand informiert. Darüber hinaus soll ein demokratisch legitimiertes Mitgliedervotum über das weitere Vorgehen eingeholt werden. Gleichzeitig wird eine betriebliche Tarifkommission gewählt, die die Interessen der Mitglieder im weiteren Verlauf vertreten sollen.
„Die Zukunft des Standorts Speyer kann nur gemeinsam gestaltet werden. Die Beschäftigten haben in den vergangenen Monaten eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht nur Probleme benennen, sondern aktiv an Lösungen arbeiten. Jetzt kommt es darauf an, geschlossen aufzutreten und gemeinsam über die nächsten Schritte zu entscheiden“, erklärt Wladislaw Wolter, Politischer Sekretär der IG Metall Ludwigshafen-Frankenthal.
Starke Beteiligung der Mitglieder erwartet
Um allen Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme unabhängig vom jeweiligen Schichtmodell zu ermöglichen, werden am 15. September 2026 zwei inhaltsgleiche Mitgliederversammlungen durchgeführt.
Mitgliederversammlung MANN+HUMMEL Speyer (Nicht öffentlich)
Datum: Dienstag, 15. September 2026
1. Versammlung
- 12:00 Uhr bis 13:30 Uhr
- Für Beschäftigte der Spätschicht
2. Versammlung
- 14:30 Uhr bis 16:00 Uhr
- Für Beschäftigte der Früh-, Nacht- und Tagschicht
Gemeinsam für die Zukunft des Standorts
Betriebsrat und IG Metall machen deutlich, dass die kommenden Wochen von großer Bedeutung für die Zukunft des Standorts Speyer sein werden. Die Mitgliederversammlung bietet den Beschäftigten die Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, Fragen zu stellen und aktiv an wichtigen Entscheidungen mitzuwirken.
Die Arbeitnehmervertretungen sind überzeugt, dass die Zukunft des Standorts nur mit den Beschäftigten und nicht gegen sie gestaltet werden kann. Das gemeinsam entwickelte Alternativkonzept zeigt, dass Know-how, Innovationskraft und Engagement der Belegschaft die Grundlage für eine erfolgreiche Zukunft von MANN+HUMMEL Speyer bilden können.
„Deshalb zählt jede Stimme. Deshalb zählt jedes Mitglied. Gemeinsam entscheiden wir über die nächsten Schritte für die Zukunft unseres Standorts.“